Mein erster Fehler mit ChatGPT war ehrlich peinlich. Ich tippte: „Schreib mir einen Newsletter-Text.“ Das Ergebnis war glatt, generisch und für den Mülleimer. Drei Versuche später war ich frustriert und dachte, das Tool taugt nichts. Es lag aber nicht am Tool. Es lag an mir.
Ich hatte einen Wunsch formuliert, kein Briefing. Und eine KI, die ihre Anweisung nicht versteht, rät einfach. Sie füllt die Lücken mit dem Durchschnitt aus dem Internet. Genau das bekommst du dann auch: Durchschnitt.
Der Tag, an dem sich das drehte, war der, an dem ich anfing, die KI wie eine neue Praktikantin zu behandeln. Einer Praktikantin sagst du ja auch nicht nur „mach Marketing“. Du sagst ihr, für wen, in welchem Ton, wie lang und was am Ende rauskommen soll.
Ein gutes Briefing hat vier Teile. Rolle: Wer soll die KI sein? „Du bist Texterin für Steuerberater.“ Kontext: Für wen und warum? „Zielgruppe sind Selbstständige, die Angst vor der Steuererklärung haben.“ Aufgabe: Was genau? „Schreib drei Betreffzeilen.“ Format: Wie soll es aussehen? „Maximal 50 Zeichen, kein Ausrufezeichen.“
Der Unterschied im Ergebnis ist nicht klein, er ist riesig. Aus brauchbar wird treffsicher. Aus drei Korrekturrunden wird eine.
Kleine Schwäche, die ich zugebe: Ich brauchte Wochen, bis ich das verinnerlicht hatte. Heute schreibe ich keinen Prompt mehr unter drei Sätzen. Das klingt nach mehr Arbeit. Tatsächlich spare ich damit jeden Tag eine halbe Stunde, weil ich nicht mehr nachbessere.
Probier es heute einmal aus. Nimm deinen letzten misslungenen Prompt und gib ihm Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Du wirst den Unterschied sofort sehen.
