Du sagst, Akquise ist dir wichtig. Aber wann steht sie in deinem Kalender? Genau. Nirgendwo. Du sagst, du willst raus aus dem operativen Klein-Klein. Trotzdem fressen dir Mails, Rückfragen und Abstimmungen den halben Tag.
Dein Kalender ist ehrlicher als jedes gute Vorhaben. Er zeigt schwarz auf weiß, wofür du dich tatsächlich entscheidest. Nicht, was du dir wünschst.
So machst du daraus eine Standortbestimmung:
1. Exportiere die letzten zwei Wochen. Markiere jeden Termin mit einer Farbe: Akquise, Kundenarbeit, Routine, Leerlauf. Roh, ohne Schönfärben.
2. Zähl die Stunden pro Farbe. Bei den meisten Solo-Selbstständigen liegt Akquise unter 5 Prozent. Das erklärt die Auftragslücken im Sommer.
3. Such die Diebe. Welche Termine könnten Mail sein? Welche Mails könnten eine Vorlage sein? Welche Vorlagen könnte eine KI ausfüllen?
4. Block, was zählt. Trag zwei feste Akquise-Slots pro Woche ein, bevor irgendwer anders deine Zeit bucht. Behandle sie wie einen Kundentermin.
5. Gib Routine ab. Terminbestätigungen, Nachfass-Mails, immer gleiche Antworten: Das übernimmt heute ein KI-Workflow, der deine Tonalität kennt. Du kontrollierst, du schreibst nicht mehr.
Ich habe das selbst lange ignoriert. Mein Kalender war voll mit Dingen, die mich beschäftigt, aber nicht weitergebracht haben. Erst die Farben haben mir wehgetan genug, um was zu ändern.
Dein Kalender ist kein Tagebuch der Absichten. Er ist die Abrechnung deiner Entscheidungen. Lies sie diese Woche einmal ehrlich.
