Ich gebe es zu: Mein teuerster KI-Fehler war reine Bequemlichkeit. Ein Kunde wollte eine Markteinschaetzung zu seiner Branche, mit Zahlen. Ich liess die KI eine Analyse schreiben, ueberflog sie, sie klang souveraen, sauber formuliert, mit konkreten Prozentwerten. Ich kopierte sie in die Mail und drueckte auf Senden.
Zwei Tage später rief der Kunde an. Eine der Zahlen, die ich zitiert hatte, gab es nicht. Die KI hatte sie erfunden. Komplett. Sie klang nur deshalb so glaubwuerdig, weil KI darauf trainiert ist, ueberzeugend zu klingen – nicht, korrekt zu sein. Das nennt sich Halluzination, und ich war voll darauf reingefallen.
Die Folge: ein peinliches Telefonat, eine Korrektur-Mail und ein Kunde, der ab da jede meiner Aussagen doppelt pruefte. Vertrauen, das ich mir muehsam zurueckholen musste.
Die Lektion war einfach und unbequem: KI ist ein brillanter Praktikant, kein Faktenpruefer. Sie nimmt dir das Schreiben ab, das Tippen, das Strukturieren. Aber die Verantwortung für jede Zahl, jeden Namen, jede Behauptung bleibt bei dir.
Seitdem habe ich eine feste Regel: Jede konkrete Zahl, jedes Zitat, jeder Fakt wird gegen eine Quelle geprueft, bevor irgendwas das Haus verlässt. Texte, Ideen, Entwuerfe – da vertraue ich der KI. Fakten – nie blind.
Das Schoene daran: Die Regel kostet zwei Minuten und spart dir genau das Telefonat, das ich führen musste. KI macht dich schneller. Sie macht dich nicht automatisch richtig. Den Unterschied musst du selbst halten.
