Angst vor KI klingt nach Vorsicht. Tatsaechlich ist sie eine Rechnung, die jeden Monat abgebucht wird, ohne dass jemand eine Mahnung schickt.
Das ist das Tueckische daran. Ein Fehlkauf tut sofort weh, du siehst das Geld weg. Stillstand tut nie weh. Nichts kracht, nichts geht kaputt, der Tag fuehlt sich normal an. Genau deshalb bemerkst du den Preis nicht.
Drei Stellen, an denen die Angst still kassiert:
Der Kopf bleibt belegt. Du traegst die immer gleichen Handgriffe weiter mit dir herum, Rechnung schreiben, Termin bestaetigen, Standardantwort tippen. Jede dieser Mini-Entscheidungen frisst Aufmerksamkeit, die du abends nicht mehr fuer die Kundin hast, die dich wirklich braucht.
Der Anspruch sinkt leise. Wer alles selbst macht, fasst irgendwann nur noch das Noetigste an. Das gute Angebot, das du eigentlich schreiben wolltest, wird zur schnellen Mail. Niemand merkt es. Du auch erst spaeter.
Die Schwelle waechst. Je laenger du wartest, desto groesser wirkt der Berg. Aus einer kleinen Frage wird ein Projekt, vor dem du dich druecken kannst.
Der Ausweg ist kleiner als der Berg im Kopf:
1. Nimm dir nicht KI vor, sondern eine einzige nervige Stelle deiner Woche. Die, bei der du jedes Mal innerlich seufzt.
2. Sag laut, was passieren soll. In einem Satz, wie du es einer neuen Aushilfe erklaeren wuerdest.
3. Lass diese eine Stelle laufen, schau einmal taeglich drueber, korrigier, bis du nicht mehr hinschauen musst.
Du studierst hier nichts. Du nimmst dir die kleinste Sache und schaust, ob sie haelt.
Ich habe selbst lange gezoegert, weil ich dachte, ich muesste es erst richtig verstehen. Das Verstehen kam beim Tun, nicht davor.
